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Dubai ist, wenn man einfach mal ein paar Milliarden in die Wüste kippt - Ätzendes/irres Dubai

Dubai, Naher Osten - bereist: April 2015

Dubai ist, wenn man einfach mal ein paar Milliarden in die Wüste kippt - Ätzendes/irres Dubai

Was macht man an einem Nachmittag oder Abend in Dubai? Man kann entweder in die Dubai Mall mit Mc Donalds, Gucci, Levis,... und einem Riesenaquarium und einer Eisbahn. Oder in die Emirates Mall mit Mc Donalds, Gucci, Levis,... und einer Skihalle. Oder in eine andere Mall mit Mc Donalds, Gucci, Levis,…

Ich entscheide mich für die Dubai Mall, die größte Mall der Welt. Mit der topmodernen Metro geht es hin. Die Metro verläuft überirdisch schnurgerade. Sehr langen klimatisierten Röhren verbinden die Bahnhöfe mit den Malls oder andere Gebäude.

Die Dubai Mall ist eine seelenlose Aneinanderreihung und Hochstapelung führender Labels. Das Who-is-Who der Mode und Schmuckszene ist vertreten. Und auch der Fastfoodketten. Man holt sich sein Essen auf einem Tablett und sitzt in den allgemeinen Tischreihen auf Plastikstühlen. Bei einem ungemütlichen Lärmpegel schlinge ich ein ebenso liebloses indisches Essen herunter und produziere einen fetten Müllberg aus Papptellern, Plastikschalen, Plastikbecher, Plastikbesteck.

Dubai ist, wenn man einfach mal ein paar Milliarden in die Wüste kippt - Ätzendes/irres Dubai
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Ein Lichtblick ist die Magnolia Bakery aus New York, die auch hier eine Zweigstelle hat. Der Käsekuchen ist weit überteuert und wird ebenfalls auf Wegwerfgeschirr gereicht. Wie viel besser würde er von Porzellan mit einer richtigen Gabel schmecken. Aber sowas gibt es nicht.

Sehr eindrucksvoll ist das riesen Aquarium mit jeder Menge Rochen und Haiarten, die friedlich ihre Runden drehen. Für einige Dollars kann man mit ihnen schnorcheln oder tauchen.

In dem Indoor "Vergnügungspark" mit lauten Videospielen, lauten Glücksspielen und lauten Miniatur-Kirmesfahrgeschäften kann man wohl seine Kinder ruhig stellen.

Außen steht man am Fuße des höchsten Gebäudes der Welt mit einem eindrucksvollen Blick und Fotoperspektive. Wobei dies sicherlich zu den Pluspunkten in Dubai gehört: Es gibt sehr viele architektonisch außergewöhnliche Tower.

Die Energie für all die Klimaanlagen, Eisbahn, Skihallen, Beleuchtung, Wasseraufbereitung,… kommt aus Erdgas. Das ist ja auch naheliegend. Also quasi direkt unter der Erde. 4 Atomkraftwerke sind im Bau.

Die Vereinigten Emirate planen bis 2020 7% erneuerbare Energien einzusetzen.

Dubai ist, Wenn man eine unvorstellbar große Summe an Geld auskippt in der Wüste.

Frank

Der heutige Tag war einfach irre.

Marco holt mich im Hotel ab und wir fahren zu "the palm", der ersten aufgeschütteten Insel in Form einer Palme.

Den Außenkreis kann man einfach so umrunden.

Bei der Fahrt erzählt er mir, dass gerade ein Kanal gebaut wird am Festland, U-förmig um die Palme. Damit wird ein Offshore erzeugt, in dem man gambling zulassen wird. Für muslimische Vorstellungen undenkbar, mit genug Geld möglich.

An der Spitze der Palme gibt es das Hotel Atlantis, Es ist vom Namen her und vom Aufbau prädestiniert für ein Casino mit Slot Machines im Eingang. Derzeit ist es ein Prunkbau. Mit reichlich Marmor, Murano-Glas und einem riesen Aquarium mit reichlich Rochen und Haien. Im Aquarium ist das versunkene Atlantis nachgebaut, man kann darin tauchen und schnorcheln.

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Die Rundfahrt öffnet einen Blick auf die Häuser auf der Palme. Eng an Eng gebaut. Marco wohnte dort bis seine Frau endlich woanders hinziehen wollte. Die Bausubstanz ist nicht die beste, das Meer viel zu warm wegen dem mangelnden Wasseraustausch.

Querliegendes Restaurant sieht<br>unangenehmerweise aus wie ein christliches Kreuz...
Querliegendes Restaurant sieht
unangenehmerweise aus wie ein christliches Kreuz...

Es gibt keine Fotos vom Burj AL Arab von der Meerseite, dem segelähnlichen 7 Sterne Hotel. Grund ist das querliegende Restaurant fast ganz oben, das dem wunderschöngeplantem Gebäude die unangenehme Form eines christlichen Kreuzes gibt. Zum Glück nur von der Meerseite, so dass man auf höchsten Beschluss keine Fotos davon zulässt, Laut Legende wurde seitdem vom Architekten seitdem nichts gehört.

Zum Mittagessen sind wir mit Yuss verabredet, dem President des größten SAP Implementierers in Saudi Arabien.

Marco hat seit Jahren einen engen Draht mit ihm und sie haben sich gegenseitig in der Heimat besucht. Zur Begrüßung lädt er Marco (und mich) zur Hochzeit seines Sohnes am Samstag ein, wo ich leider schon im Oman bin.

Er bestellt den Tisch voll libanesischer Köstlichkeiten, von dem auch dreimal so viele Personen satt geworden wären. Allein die Obstplatte zum Dessert hat einen unglaublichen CO2 Footprint, da ja alles eingeflogen wird. Und nun 80% davon in der Tonne landet, da wir einfach satt sind,

Yuss ist sehr direkt: Wieviel Umsatz macht ihr? Wieviel ist für uns drin pro Kunde? Wie sieht das Partnermodell aus? Ich erzähle es ihm. Er sagt: Das funktioniert so nicht in Saudi Arabien. Projekte hier dauern lange bis sie durch zig Gremien durch sind, sie haben nur riesen Kunden, überwiegend aus der Öl-Branche und damit aus dem Government. Projekte unter siebenstelligen Volumen sind eigentlich uninteressant für ihn. Ich solle ihm einen Presales Consultant für 3 Monate zur Verfügung stellen. Er sagt dann den richtigen Leuten bescheid, dass dieser durch alle große Kunden geschleust wird.

Und das kurzfristig. Ab Juli ist Sommer und dann Ramadan, dann tut sich eh nichts in Saudi Arabien.

Ich bemerke, dass es nicht einfach ist kurzfristig ein Visum für Saudi zu bekommen. No problem. Schick mir eine Kopie vom Pass und ich kümmere mich drum.

Auf dem Weg zum Auto überqueren wir eine Brücke über einen künstlichen Kanal und sind umzingelt von Towern. Vor 10 Jahren war hier Sand.

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Für den Nachmittag fahre ich mit Marco zu dem Beachclub am Le Meridien.

In Lounge-Couchen genießen wir belgisches Bier für 16 EUR pro Glas. Mit Sonnenuntergang wird es erträglich warm und die Towers an der Beachfront erstrahlen, Sie haben es tatsächlich geschafft sehr schöne Gebäude zu bauen und die Beachfront damit zu einem Erlebnis zu machen und sie nicht zu verschandeln, Mit Marco erlebe ich einen tollen Abend mit viel Bier und vielen Geschichten über Gott (oder Allah) und die Welt. Er ist Italiener. Hat in Nigeria, London, Südafrika und Bahrain gewohnt und nun seit 9 Jahren in Dubai.

Dubai ist komplett irre. Viel Geld und billige Arbeiter machen alles (erstmal) möglich.

Zumindest bis zur nächsten Krise.

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