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One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Oman, Naher Osten - bereist: April 2015

One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Die 350km fahren sich recht flott mit 100-120km/h.

Einmal volltanken, bitte.

13 EUR, bitte.

Auf dem Weg ein Military Checkpoint. Mit einem gepanzerten Auto mit Kanone machen sie Eindruck. 2 Jungs in Tarnuniform, stehen auf der Straße. Einer mit einem Gewehr unter dem Arm.

ich rechne mit einem direkten Weiterfahren als gut erkennbarer Touri. Doch nein.

Sie wollen meine License sehen. ich gebe sie ihnen. Sie diskutieren. ich soll rechts ran fahren. Mir gehen Geschichten von Polizeikontrollen korrupter Gauner in Uniform durch den Kopf. Eine Minute spät kommt der Typ mit der Flinte zu mir rüber. Er gibt mir den Führerschein und ich kann weiterfahren.

Das hätten sie sich nun aber auch sparen können.

One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Vorgestern ist der sehr verehrte Sultan nach 7 Monaten zurückgekehrt ins Land. Er war 7 Monate in Deutschland wegen medizinischer Behandlung eines Krebsleidens. jetzt kennt jeder in Oman Garmisch. Im englischsprachigem omanischen Radio konnten Hörer anrufen und ihn willkommen heißen. Sie versäumten es nicht all mighty (dem allmächtigen) Allah zu danken für seine Rückkehr nach Gesundung und dass die Gebete wohl erhört wurden. Keiner dankte den deutschen Ärzten, die sicherlich auch ihren Beitrag zur Genesung beigetragen hatten. Wenn Allah allmächtig ist, warum hat er den Sultan nicht von omanischen Ärzten heilen lassen? Wäre doch einfacher gewesen. Oder hätte ihn selber geheilt? Warum brauchte er dazu deutsche (nicht muslimische) Ärzte?

Da die Strecke schneller gefahren war als google maps sich das gedacht hatte, blieben mir 3 Stunden bis zum Treffpunkt für die Wüste.

Ich fuhr ein paarmal links und rechts von der Straße ab, schlenderte durch unspektakuläre Städte, fahre durch Palmenhaine.

Es gibt jede Menge verlassene Dörfer mit eingefallenen Lehmhäusern.

Lehmhäuser sind einfach außer Mode. Teilweise direkt nebenan stehen die neuen Häuser.

Ich stelle mir vor, wie in 30 Jahren neue Baumaterialien erfunden sind, Münster verlassen in Ruinen liegt und von Omanischen Touristen bestaunt wird. Lehm war schließlich auch mal topmodern.

Mir fiel auf, dass ziemlich viele moschen under construction sind.

Ist das ein schlechtes Zeichen?

Ich fahre durch eine Mondlandschaft aus ca. 10m hohen roten Bergen, fahre etwas off road von der Straße ab und kraxel einen Berg rauf. Der Stein zersplittert quasi beim Festhalten in lauter kleine scharfkantiger Bröckchen. Entweder habe ich mal echt gut gefrühstückt oder der Stein ist irgendwie seltsam.

One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Treffpunkt 15:00 in Al Wasil. Im Convoi mit einem österreichischen Pärchen geht es hinter dem Jeep eines Beduiden 16 km in die Wüste rein in ein Camp.

Selber durch die roten Dünen fahren. Einfach genial. Jetzt habe ich so viel geschrieben, aber das kann man nicht beschreiben.

One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Nomadic Dessert Camp

Das camp besteht aus Hütten aus Palmenblättern umgeben von roten Dünen.

Sehr Idyllisch.

Es gibt 3 weitere Camps in der Nähe. Diese haben Strom und Bungalows aus Stein. Also alles das, was man nicht in der Wüste will. Unsere Hütten aus trockenen Palmenblättern waren einfach gemütlich, obwohl ich lieber unter freiem Himmel geschlafen habe. Deshalb kann ich das Nomadic Deser Camp sehr empfehlen:

http://www.nomadicdesertcamp.com/

One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman
One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Zum Sunset sitze ich auf dem Kamm einer Dühne und genieße die Welt.

One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman
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One-Million-Star-Camp: Die Wüste im Oman

Zum Abendessen gibt es Gemüsesuppe, gemischtes Gemüse, Hühnchen, Tomaten-Gurken-salat, natürlich Humus, und natürlich Datteln. alles sehr lecker und noch hundertmal leckerer, wenn man bedenkt, dass wir gerade mitten in der Wüste sind.

Ein Pärchen startet hier im Oman gerade ihre 6 monatige Reise. Sie kommen aus New York. Sie hat indische Wurzeln, aber einen US Pass. Er ist Inder mit einer green card für USA. Sie erzählen ihre Geschichte, wie sie in USA kein Visum für Oman erhalten haben, da sie verheiratet sind und dies nicht bräuchten und auch nicht bekommen wegen irgendwelchen Regeln. Und beinahe nicht in den Flieger zur Weltreise boarden konnten, weder von NY nach Dubai noch von Dubai nach Oman, da sie kein Visum hatten.

Welch großes Glück einen deutschen Pass zu haben, mit dem sehr vieles recht einfach ist, mit dem sich viele Grenzen ganz einfach und die anderen mit nur geringem Aufwand öffnen lassen. Schade nur, dass ihn so wenige nutzen.

Zum Tee legen wir uns um ein Feuer auf Teppiche mit Sitzkissen. Seitlich die Dünen, über uns der Sternenhimmel, leider durch einen Halbmond erhellt. Ich mache noch eine kleine Wanderung durch die Dünen. Es ist nicht dunkel durch den Mond. Allein das Sternenlicht reicht zur Beleuchtung durch den reflektierenden Sand.

nach der Wanderung lege ich mich ans erloschene Feuer, starre stundenlang in die Sterne. Bis ich einschlafe. Ich habe viel getrunken, um regelmäßig wach zu werden um weiter gucken zu können. Ab 3 Uhr ist der Mond untergegangen und ein Sternenmeer liegt über mir.

Das österreichische Pärchen kann erzählen, dass sie in der Wüste mal so richtig gut ausgeschlafen haben. Nach dem Abendessen sind sie in die Hütte gegen 9 Uhr und zum Frühstück um 8 wieder aufgetaucht.

Wir waren nur fünf Gäste im Camp. Damit war es sehr entspannt. Kaum auszudenken, wenn alle 22 Hütten belegt sind, was ab Mai wohl passiert. Dann ist es hier wie in der Stadt.

Ich kann es kaum glauben. Ich liege gerade in der Wüste.

Vorletzte Nacht habe ich in den Bergen übernachtet.

Letzte Nacht in der Wüste.

Nächste Nacht im Flieger.

In 24 Stunden sitze ich in Deutschland am Schreibtisch.

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