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Wandern auf Inlandseis

Groenland - bereist: Juli 2015

Kim, unser Guide, holt uns ab in einem LKW mit aufgesetzter Kabine für ein paar Passagiere. Er findet während der Fahrt für uns zweigraue Hasen, einen Schneehasen und ein Rentier. Danach geht es mit Steigeisen und Wanderstöcken auf das Inlandeis. Wunderschöne Strukturen und Gebilde aus Eis und Sedimenten formen eine weich geschwungene Welt mit Flüssen, Schluchten und Seen. Kim könnte jeder Zeit alarmiert werden per Satelitentelefon. Dann würde ihn ein Helikopter abholen mit Equipment, für uns einen neuen Guide absetzen und er würde einen unglücklichen Eiswander oder Wissenschaftler retten, den es böse erwischt hat. Im schlimmsten Fall ist er in einer der Tunnel gefallen, die Flüsse erzeugen und die mehrere hundert Meter tief gehen können. Kims Spezialgebiet ist die Rettung oder zumindest Bergung daraus, der zumeist gefrosteten oder eingequetschten Reingefallenen.

Selbst im der Eiswüste gibt es Leben. In Form von grünen und roten Algen und dem 1 mm großen Bärtierchen (https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rtierchen) , der wohl überall leben kann. Im Eis überlebt er schlafend mindestens 140 Jahre, soweit konnte man es aus alten Eisproben rekonstruieren. Eine 10-Tages Spaceshuttle Außen-Weltall-Mission hat er genauso überlebt wie die zehnfache radioaktive Strahlung, die selbst Kakerlaken ausradiert. Derzeit wird es auf dem Mars gesucht im dortigen Eis

Ein Helikopter transportiert das Equipment einer Gruppe Wissenschaftler aus dem Eis, mit dem sie 700m tiefe Löcher mit warmen Wasser gebuddelt und die Eisbewegung in verschiedenen Ebenen ermittelt haben.

Im Frühstücksraum hängt eine Karte von Grönland, auf der auch Island eingezeichnet ist in der Ecke. Wir fragen uns, warum Island nicht so viele Gletscher und Inlandeis hat, wobei es doch Eis-Land heißt. Ob das wohl am Golfstrom liegt und wollen gerad Wikipedia befragen, als wir mit unserem Nachbarn ins Gespräch kommen. Er war in Island und außerdem ist er Geologe. Er erklärt es uns:

1) Island hat Vulkane. Deren Asche legt sich auf das Eis, absorbiert mehr Sonnenwärme und erwärmt es damit schneller, so dass es schmilzt.
2) Island ist viel kleiner und hat damit mehr maritimes Klima, das das Eis schmilzt
3) Island wird vom Golfstrom gestreift und erwärmt.

Wir haben also durch Zufall direkt einem Experten gefragt.

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