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Viel Ausdauer - Bahnticketkauf in Indien

Indien - bereist: Dezember 2007

vor den Schaltern sammelt sich ungefähr eine Menschenmenge, die so groß ist wie die Einwohnerzahl einer mittelgroßen deutschen Stadt. Sobald man einen Abstand von mehr als 10cm zu sinem Vordermann lässt, drängelt sich jemand dazwischen. Als es jemand bei mir versuchte, tippte ich ihm von hinten auf die Schulter. Er drehte sich um, sah nur Bauch. Guckte höher und sah irgendwann mein Lächelnt und meinen Daumen, der hinter mich zeigte. Er lächelte, gab seine neu erkämpfte Position auf und quetschte sich wieder hinter mich.
Aufpassen muss man in Delhi. Hier versucht jeder die armen traveller in sein Reisebüro zu locken statt sie ihr Bahnticket kaufen zu lassen. Am Treppenaufgang zum Touristen-Ticket-Büro steht ein entsprechendes Warnschild. Nur ist es dort etwas spät angebracht, denn dann hat man es schon so gut wie erreicht.
Die Tricks sind mannigfaltig: Touristenoffice wird gerade umgebaut oder ist abgebrannt. Sie würden einen in das derzeitige Büro bringen. Der Zug fährt nicht an diesem Bahnhof ab, sondern an einem der 2 anderen. Auf dem Weg dahin könne man sich das Ticket holen. Dort erfährt man, dass die Züge gerade alle ausgebucht sind und man doch besser bei ihnen ein Auto mit Fahrer mieten sollte.
Bei unserem ersten Versuch sind wir tatsächlich in ein Auto verfrachtet worden und fanden uns in so einem office wieder. Wir waren zu dritt. Ich führte die Verhandlungen und erfuhr, dass alle Züge ausbebucht wären. Wenn wir allerdings ein Auto nach Agra nehmen würden, dann können die beiden mit dem Auto weiterfahren ud ich würde mein gewünschtes Zugticket nach Varanasi erhalten. Dann wäre es ein "Package" und dann wäre ein Zugticket verfügbar.
Tolle Geschichte.
Beate las eifrig im lonely planet und der Reisebürofachmann reagierte sehr ungehalten, als sie mir einen grau hervorgehobenen Absatz vor die Nase hielt, der genau unsere gerade erlebte Geschichte erzählte. Mit dem groß geschriebenen Wort "Warning" dadrüber.
Raus gehen und eine Riksha zu nehemn war sinnlos, denn alle wussten Bescheid und hätten uns ins nächste Reisebüro gebracht. Also gingen wir um eine Ecke und nahmen dort eine RIksha, die uns zum Bahnhof brachte.
Wir gingen zu einem Häuschen und erhielten einen Zettel, den man auszufüllen hat. Name. Vorname. Passnummer. Visumnummer. Und. Und. Und.
Der Bahnhofzettelrausgeber fragte wohin wir wollten. Oh - Agra. Das ist an einem anderen Bahnhof. Es gibt 3 in Delhi. Dies hier ist der falsche, hier würde erst wieder heute Nacht einer fahren. Er würde uns ein Taxi besorgen und auf dem Weg könnten wir in einem Tourist Office das Ticket holen.
Wir konnten es kaum glauben. Sogar ein Bahnbediensteter wollte uns verarschen.
Hat er aber nicht geschafft, sondern wir gingen erstmal zum Entspannen nach dieser Geschichte einen Kaffee trinken.
Mittlerweile hat das ganze 3 STunden gedauert und ein Ticket hatten wir noch nicht. EIgentlich wollten wir schon dort sein. Aber in Indien dauert es halt etwas länger.
Der Bahnhof war tatsächlich der falsche. Wir nahmen eine RIksha zum richtigen, ignorierten all die Herren mit den gutgemeinten Ratschlägen ein anderes Reisebüro aufzusuchen, und erreichten das Touristen Büro im Bahnhof. Nach dem AUsfüllen des Zettels und einer halben STunde warten hatten wir unser Ticket.
Es könnte doch so einfach sein...

Vielleicht gibt es ja sowas wie Schicksal.
Das bedeutet doch, dass irgendjemand göttliches für jeden von uns einen Plan geschrieben hat, der dann Schicksal genannt wird. Diesen arbeiten wir hier auf Erden dann ab. Aber warum hat der Schicksalsplaner für die Inder so viele Umwege eingebaut? Wo sie doch so gottesgläubig sind und ihr Leben von der Religion bestimmt ist. Warum hätte er sich und uns die Liste nicht einfach einfacher machen können und viele Umwege rauslassen. Wenn wir in Deutschland sind, dann sind sie doch für uns auch nicht eingebaut.

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