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Silvester 08/09 in Budapest

Städte - bereist: Januar 2009

Um mal ein gewaltiges Feuerwerk zu Silvester zu sehen, sollte man nicht nach Budapest fahren. Wer mal richtig frieren will in einer Stadt, die viel zu bieten hat, der schon. Das Frieren hat den
Vorteil jeweils nach einer Stunde Rumlaufen eine Ausrede zu haben, sich in einem der vielen Cafes oder Restaurants aufwärmen zu müssen. Unser Favorit war das Kaffeehaus Garbeaud am Vörösmarty Platz
mit viel Atmosphäre und gutem Kuchen.

In den meisten Restaurants wurden für den Silvester Abend Buffets oder Menüs angeboten für 60-180 EUR. Wir beschlossen auf der Straße zu feiern und uns treiben zu lassen. Gut essengehen können wir
auch in Deutschland.
Auf dem Vörösmarty Platz waren die Weihnachtsmarktbuden umgewandelt worden zu Sylvesterbuden. Das Angebot hatte sich geändert. Es gab mehr zu essen. Überall sehr leckeren Glühwein und das, was
Budapester zum Sylvesterfeiern brauchen: bunte Perücken, Masken und Tröten. Selbst gestandene Männer liefern trötend durch die Stadt. Bei den Essensständen gab es eine Vielfalt an ungarischer Kost.
Wir nahmen Sauerkraut mit einer Art Kassler, einer dicken Wurst und einem Hühnchen Goulasch. Nach der Bestellung begann der Wettlauf mit den Elementen: das Essen so schnell reinschaufeln bevor es
bei -4 Grad Aussentemperatur zu Tiefkühlkost wurde.
Sehr angenehm war die Knallerei vor 24 Uhr. Sie fand an einer Ecke des Vörösmarty Platzes statt und nicht in der restlichen Menschenmenge. Anders als Sylvester in vielen anderen Städten musste man
nicht Angst haben auf jeden Schritt zu explodieren. Mit Glühwein wärmten wir uns wieder auf. Aber noch besser ging das in einem Irish Pub.
Kurz vor 24 Uhr gingen wir zur Kettenbrücke, eine sehr schöne Hängebrücke. Der Blick auf die beleuchtete Brücke und das Schloß auf der anderen Donauseite waren ein echter Hingucker. Das Feuerwerk
nicht. Ein paar einzelne Raketen oder kleine Serien erhellten den Himmel. Budapester scheinen lieber zu tröten als zu feuern. Auch mit dem mitgebrachten ungarischen limoähnlichen Sekt konnten wir
es uns nicht schön trinken.

Wir fuhren ins Retropolis. Eine Disco am Westbahnhof, in der auf 4 Etagen Sylvester gerockt werden sollte. Die unterste Etage stand voll mit Tischen. Auf der nächsten heizte ein DJ der Menge auf
der vollen Tanzfläche mit westlichen und ungarischen Klängen ein. Die ungarischen wurden laut mitgegröhlt und die Stimmung war gut. Die westlichen trafen nicht ganz unseren Geschmack und waren das,
was wir die letzten 20 jahre schon nicht leiden mochten. Das in endlos Schleife laufende video von modern talking machte es nicht viel besser.
Zu den oberen beiden Etagen ließ uns ein Schrank von einem Türsteher nicht passieren. Warum konnten wir nicht erfahren, denn wir hatten keine 10 Worte einer gemeinsamen Sprache. Auch durch
Beobachten konnten wir nicht herausfinden, wer die Glücklichen waren die durch durften. 2 abgewiesene Ungarn versuchten es zu erklären. Auf deutsch und englisch. Aber keine der Erklärungen konnten
wir verstehen. Ungewöhnlich, denn fast alle hier sprachen ein passables Deutsch oder Englisch.

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Marc 01/21/2009 19:53

Respekt. Diese Seite macht schon einen sehr runden Eindruck. Hier und da noch etwas mehr Pepp. Etwas spannendere und mehrsagende Überschriften und schon könnte das Ding laufen oder so. Lieben Gruß aus Köln Marc