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New York, New York

USA (Reno - New York -...) - bereist: Mai 2009


"I want to wake up in a city that doesn't sleep" im IPod hören und über den Time Square laufen. Über die Brooklyn Bridge laufen und mit jedem Meter die Zahl der Touris um einen herum um 50% reduzieren -  nicht durch Abmetzeln, sondern durch deren natürliche Faulheit nicht mehr als ein paar Meter zu Fuß zu gehen. Hamburger futtern und dazu Cola trinken. Das MoMa begucken. Frühstücks-Picknick im Central Park und dabei den Polizeihunden beim Frühsport zugucken. Auf dem Rockefeller Center nach Sonnenuntergang das erstrahlende New York geniessen. Shoppen an jeder Ecke - natürlich auch auf der 5th Avenue, sehr zum Bedauern von Steffi jedoch nicht bei Prada oder bei Tiffany, sondern bei Gap und Fossil. Die Energie der Stadt einsaugen auf dem Time Square, wo tausende Menschen rumlaufen, die in eines der unzähligen Musicals gehen, Essen oder einfach nur rumgehen - oder wie wir stundenlang: einfach die Atmosphäre genießen.

Toll. Aber halt alles das, was Touris so machen in THE City.

Außergewöhnlich dagegen war ein Abend.
Wir sitzen im Cafe und fragen unsere Nachbarn wo man hier wohl Gospel hören kann. Nach einer SMS an einen Kumpel hat er einen Tipp. Die Bethel Gospel Assembly. Und wo hört man wohl am besten Gospel? Klar. In Harlem.

Wir machen uns auf den Weg. In der Subway wird mit jeder Haltestelle das Schwarz-Weiß Verhältnis immer dunkler. Die Kirche ist nicht überladen, dafür fast überfüllt. Auf einer Bühne, die mit vielen Blumen geschmückt ist stehen das Gospel-Zubehör: Mikrofon, Schlagzeug, Gitarren.

Es geht los. Eine kurze Ansprache, dann kommt eine Frau auf die Bühne und peitscht die Gläubigen in die Extase mir ihrer Rede. "Last week we have been blessed (gesegnet) and we have no doubt that we are blessed tonight".
Reichlich "Halleluja" schallt es zurück und viele "yeahs" und "yes". Einige kauern auf ihrer Kirchenbank, Gesicht in den Händen, mit dem Rücken zur Bühne. Einige stehen, gucken zum Himmel mit erhobenen Armen.

Dann beginnt die Gospel vom Feinsten. Die Band legt los, gefolgt von einer Gruppe Tänzer in weißen Gewändern zu ruhigerer Musik. Ein weiterer Herr im Anzug tritt ans Mikro. Nach weiterem Anpeitschen von ihm fragt er, wer zum ersten mal hier ist. Wir melden uns und noch eine Dame weiter hinten. Jubeln. Klatschen. Wir sollen aufstehen.
Mindestens 50 Leute kommen auf uns zu, schütteln uns die Hände und heißen uns willkommen.
Ein wahnsinns Gefühl.
Er dankt Gott uns den Weg hierher geführt zu haben. Eigentlich wollten wir nur Gospel hören.
Wir werden gefragt woher wir kommen. "Germany" ist ein ziemlich weiter Weg zu Gott wird mit einem Raunen bestätigt.

Es folgt die Ankündigung eines Priesters, der mit viel Getöse empfangen wird. Leider war der Harlem Slang nicht ganz kompatibel zu unserem Oxford Englisch, so dass wir nicht alles verstehen. Er liest einen Vers aus der Bibel vor und stellt dazu fest: Keiner schreit "Yes", keiner stimmt laut zu, das müssen wir wohl neu formulieren. Dann kommt seine Neuformulierung und Neuinterpretation, erklärt die Denkweise von vor 2000 Jahren. Vergleiche mit Barbecue machten das Verstehen einfacher. Und schon erklärt er aus dem Text, bei dem es ursprünglich um Salz ging, dass man ein Firestarter sein soll.
Wieder "Hallelujas", "Yes" und "Yeah", Lachen und Rufe.

"Are you a firestarter? Does your life change others? With your lifestyle, behavior?"
Er ist ein firestarter, da er die Gemeinde mt 4 Leuten gegründet hat, nun ihre Kirche überfüllt ist und sie ein neues Gebäude gefunden haben.
Alle stimmen mit ein und sagen, dass auch sie firestarter sein wollen.
Er steht auf der Bühne, den Kopf RIchtung Himmel, eine Hand auf dem Kopf und wiederholt immer wieder:  "Burn it into my mind - i am a firestarter". Wieder "Hallelujas", "Yes" und "Yeah".

Die Mitreißende Stimmung und die Gemeinschaft sind sehr beeindruckend. Frage ist nur, ob sie hier etwas sehr eng geschnitten ist. Wir meinen Sätze gehört zu haben wie wenn man einmal hier ist, dann geht man nicht mehr und man soll Freunde und Bekannte mitbringen. An einem Freitag sei jemand bei seinem Gottesdienst gewesen und hat sich mit einem Kuß von ihm verabschiedet. Am Montag hat er einen Brief erhalten, dass er nicht mehr wieder käme. Das ginge doch nicht. Sowas muss man doch wenn überhaupt persönlich machen. Wieder teilten die Gläubigen lautstark ihre Zustimmung mit.

Während des Abschlußgospel mit wiederholendem "burn it into my head" gehen die neuen Firestarter am großen Klingelbeutel vorbei, viele sagen immer wieder "I am a firestarter". Wir verlassen rasch die Kirche mit einem seltsamen Gefühl.

Die restlichen Tage verbringen wir mit den Highlights den Broadway südlich der Houston Street runtershoppen, dabei eine Pause im Baltasar auf der Spring Street machen und Kuchen futtern oder (recht teuer) frühstücken. Alternativ (oder danach) dort in der Nähe im coolsten rice-pudding Laden der welt (rice for riches) Megakalorien reinschaufeln. Über die Brooklyn Bridge schlendern und auf der anderen seite links runter zu den Parks gehen zum Fotos machen und entspannen.

Sehr gefreut haben wir uns übder die Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Oft wurden wir angesprochen, wenn wir offensichtlich Planlos mit aufgeschlagenem Stadtplan unseren Weg suchten.

Die abgelaufenen Füße kann man regenerieren am Pier 17 in den Liegestühlen in der zweiten Etage mit Blick auf die Brooklyn Bridge oder im Bryant Park (west 42 street/6th ave), in dem man auf einer satten grünen wiese auf die umzingelnden wolkenkratzer blickt.
Die verbrauchten Kalorien frischt man am leckersten in der magnolia bakery auf  mit einem lime cheese cake (6th ave/49 od. 48 street). Karten für Musicals am tkts schalter am time square mit 30-50% rabatt. Ab 1500 Uhr für den gleichen Abend.


Wir sitzen in der Lounge der Lufthansa und warten auf unseren Rückflug.
In den letzten Tagen haben wir einige Supernervöse in NYC mit dem nutzlosen Mundschutz gegen die in Mexico grassierende Schweinegrippe gesehen.
Wir stellen uns vor aufzustehen und laut zu verkünden: meine damen und herren, wir sehen es als unsere pflicht an ihnen mitzuteilen, dass wir mit der schweinegrippe angesteckt sind. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Sie den Raum verlassen. Dies noch mit zwei hustern zu untermalen. Eine näselnde Stimme bekommen wir hin, denn die allgegenwärtigen Klimaanlagen haben uns eine Erkältung beschert.

Nach einer Stunde Lounge, 2 Gläsern Baileys, 4 Gläsern Schampus und etwas Hennessy sind wir betrunken genug den Rückflug mit Durchschlafen zu überstehen.


Zum Abschluß noch ein paar NY Tipps:

Ankommen in JFK:
Den air train nehmen zur jamaica station (jamaica station route), dann den LIRR nehmen nach manhattan (penn station). Ist viel billiger und scheller als taxi oder subway. Taxi kostet als Flatrate nach Manhattan 45 USD+6USD maut.

Hotel holiday inn an der 26th street war schön und ruhig und relativ guenstig.

Frühstueck Picknick im central park (an der süd west seite ist eine nette mauer zum sitzen).

Lecker essen im Bistro Saju am Times Square (120 west 44 st.) zwischendurch oder Abends im Amaranth.

Todo fuer naechstes mal:
Essen in harlem im sylvias restaurant on lenox ave between 126th and 127th
Eine andere Gospel kirche, aber eher nicht  abyssinian baptist church, die nach ihrer Website sehr auf Touris ausgerichtet sind
Guggenheim und Metropolitan Museum.
Schuhe kaufen wie Carry bei Manolo Bhlanik - oder zumindest gucken.
Ellis Island und die Statue von innen begucken

Kulinarische downlights:
1) Chinaschnellfraßladen auf der 7.av/35th: die ente hatte eine fettschicht wie viele amis und alle andere Auswahl am buffet war fies.
2) Wendy's: mit die schlechtesten burgern, latschige pommes, cola ohne kohlensäure und salat, der nach plastik schmeckte
3) So einige BBQ Läden

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