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Ausgeliefert den Händen des blinden Igors

China - bereist: Oktober 2009

Unser letzter Tag in Peking wird ein Wellness Tag. Ausschlafen. Leckeres Frühstück auf einer Dachterrasse mit frischen O-Saft, leckerem Früchte-Joghurt und Omelette. Gefolgt von Pediküre und Maniküre für Steffi, während Frank die Wartezeit mit einer Kopfmassage rum kriegt. Zu einem richtigen Wellness Tag gehört natürlich noch eine Massage. Peking bietet einige Wellness Oasen, eine hatten wir schon ausprobiert. Nun soll es eine Massage bei Blinden sein. Für Blinde ist es ein idealer Job – sie brauchen nicht sehen, sondern die geschundenen Muskeln spüren.

Wir betreten den Massageraum und warten kurz auf unsere Masseure. Ein zartes Mädel wird zu uns geführt und jemand, der den Eindruck macht, als könne er Eisenbahnschienen mit bloßen Händen biegen. Das ist meiner. Unserem ersten Eindruck entsprechend behandelt er auch meinen Rücken und Nacken. Dummerweise fehlt uns ein gemeinsamer Kommunikationskanal um ihm mitzuteilen, dass es gerad etwas zu derbe ist. Wir kennen nicht mehr als zwei Worte in einer gemeinsamen Sprache – nämlich Hallo und Danke auf chinesisch, was in der Situation nicht hilft  – und er ist halt blind und kann deshalb weder mein schmerzverzerrtes Gesicht noch meine Gestik der Hände sehen.  Steffi hingegen war sehr zufrieden.

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