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Hochzeit in rot - der Deutsche aufm Gaul in China

Hochzeiten, China - bereist: Oktober 2009

Wir waren die ersten eingeladenen Gäste für die Hochzeit in China von Di und Stephan. Noch bevor sie wussten, dass sie heiraten. Als wir mit ihnen im Auto saßen, sagte ich ihnen, dass wir uns über eine Einladung zu ihrer Hochzeit in China freuen würden, wenn sie mal heiraten sollten. Wir würden kommen.

 

Und wir taten es.

 

Verbunden mit ein paar Tagen in Peking, dem Highlight der 5stündigen Wanderung auf der Chinesischen Mauer und einem Weiterflug nach Japan.

 

Direkt bei der Ankunft im Hotel in Peking sehen wir eine Hochzeit: Die Braut im weißen Kleid, der Bräutigam im schwarzen Anzug. Vorgefahren in einer Mercedes S-Klasse. Nur die Knallfrösche und das Konfetti zeigen, dass wir nicht gerade eine Hochzeit in Düsseldorf sehen.

 

Die Hochzeit findet in der Heimatstadt von Di statt. Chang Chun, eine nicht besonders großen chinesischen Millionenstadt nördlich von Peking. Wir werden von ihrem Cousin und einem Freund, sowie Stephans Bruder abgeholt und bekommen sogleich chinesische Gastfreundschaft zu spüren. Als erstes gehen wir essen. Die 10 bestellten Teller mit Dim Sums sind nur für uns beide. Die anderen haben schon gegessen. Danach ging es mit Familie zum Sightseeing, dem Palast des letzten Kaisers von China, der nur als Marionette der eigentlichen Machthaber seine Zeit totgeschlagen hat (so steht es auf den Schautafeln im Museum des Palastes). Abends wird wieder gegessen. Anders als bei uns beim Chinesen bestellt nicht jeder für sich die 72 oder die 64 oder Huhn Süß/sauer, sondern der Gastgeber bestellt und es landet alles auf einer runden Platte in Mitten des runden Tisches. Diese wird gedreht und jeder nimmt sich von den Leckereien. Das meiste war sehr lecker, manches ungewöhnlich und manches würde eine langwierige Gewöhnungszeit benötigen. Qualle hat eine gummiartige Konsistenz, die einfach nicht in den Mund gehört. Hühnerfüße süß/sauer sollen zwar gesund sein und gut für die Knochen durch das Cholagen, aber sie schmecken nur nach Soße und sehen aus wie eine mittelgroße Hand, in die man beißen soll. Auch Seegurken und Rehfüße haben aus gutem Grund den Weg auf deutsche Speisekarten nicht gefunden.

 

Im Hotel spricht niemand deutsch. Die Hotelangestellten sind angewiesen beim kleinsten Pieps von uns ein Familienmitglied anzurufen zum Übersetzen und klären. Sie lassen uns noch nicht einmal die Chance ewas mit Händen und Füßen zu erklären. Dabei kann ich fehlendes heißes Wasser beim Duschen sehr gut mit zwei Handbewegungen erklären. Auch das ist Teil der großartigen Gastfreundschaft, die wir erfahren.

 

Der Tag der Hochzeit beginnt früh in einem Hotelzimmer. Stephan wird dekoriert in traditionelles rot. Die schwarzen Socken muss er ausziehen. Sowas trägt man doch nicht. Man trägt weiße Socken!

Der Raum ist gut gefüllt mit 6 angereisten Deutschen, ein paar chinesischen Familienmitgliedern und jede Menge Fotografen und kameraleuten. jeder Handgriff wird Megabyteweise festgehalten. Ein chinesisches Fernsehteam ist dabei, die das große Fest des Deutschen mit der Chinesin festhält und überträgt. Die Eltern von Di sind she rgut verdrahtet und recht bekannt in der Stadt durch ihren Spirituosenladen.

 

 

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  Nach dem Umziehen geht es auf die Straße, wo auf uns gewartet wird. Stephan besteigt ein Pferd (was traditionell ein Esel hätte sein sollen) und setzt den Konvoi aus Senften-Trägern, Musikern und Tänzern in Bewegung.

 

 

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So ziehen wir durch den Samstagsverkeht einer cinesischen Millionenstadt. Die Leute am Straßenrand bleiben stehen und staunen. Traditionelle Hochzeiten sind selten geworden. Langnasen auf einem Pfern sind noch seltener. Der verkehr bewegt sich heute noch schlechter als sonst.

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 Die Tour geht zum Elternhaus von Di, wo wir von Drachen empfangen werden. Stephan geht gefolgt von uns die Treppe hinauf, pocht an die Tür und beginnt Verhandlungen mit den Eltern hineingelassen zu werden. Auch feinstem chinesisch. Alle Achtung. Das nächste Hindernis ist die Tür des elternlichen Schlafzimmers, in der Di verschanzt ist mit Freundinnen. Diesmal erfolgen die Verhandlungen mit ihnen. Nach Zahlung von Schmiergeld wird die Tür geöffnet. Stephan darf zu seiner Braut auf das elterliche Bett krabbeln und ihr den Schleier lüften. Nun füttern sich beide gegenseitig mit Dim Sums. Stephan musste beim Betreten des Bettes natürlich die Schuhe ausziehen, die ihm prompt geklat wurden. gegen Lösegeld erhielt er sie wieder. So sind sie, die Sitten einer chinesischen Hochzeit.

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  Das Schlafzimmer war rappelvoll mit Familie und Fotografenteam.

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 Nach dieser Befreiung und Übernahme der Braut ging es zum Hotel. Erneut im Konvoi mit Stephan auf dem Pferd, abder diemal mit Di verschleiert ind der Senfte. Im Hotel empfingen und banner mit Stephan und Di Namen, swie Pappkameraten von den beiden.

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  Der Sall war gut gefüllt mit geschätzten 300 Chinesen und 7 deutschen. Stephan musste auf die Bühne und mit einem fröhlich gesungenen chinesischen Volkslied die Massen begeistern.

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  Di kam in der Senfte herein, wurde entschleiert und auf die Bühne geführt. Hier musste Stephan zeigen, dass er ein echter Mann ist und mit Pfeil und Bigen Luftbalons zerschießen (sicherheitshalber gefaked). Di musste zeigen, dass sie eine gute EhefFrau ist und ihren Familien Tee anbieten.

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  Es folge ein gewaltiges Essen, bei dem sich die Teller mit Köstlichkeiten teilweise 3 lagig überainander stapelten auf unseren runden Tischen. Eine Zauberin, die sich mich als Assistenten aussuchte, untermahlte das Essen. Ebenso zwei Artisten. gegen 14:00 Uhr ging das Fest traditionell zu Ende.

 

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  Was schade war, dass die meisten Gäste nich besonders rausgeputzt waren. Mit den traditionellem asiatischen Foto-Fingergruß ging eine tolle Hochzeit zuende, die ein wirkfliches Erlebnis war.

 

 

 

 

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