Geschichten, Erlebnisse, Reiseberichte und Reisetipps von den letzten Reisen

Kein Tourist in New York

USA (Reno - New York -...) - bereist: November 2012

Ein guter Tipp hat mich auf die website airbnb.com gebracht, wo man ein freies Zimmer vermieten kann an Reisende.
2012-11-25 01.11.24Bei den Hotelpreisen ab 180 EUR pro Nacht eine günstigere Alternative, zumal ich mir persönliche Kontakte inklusive ausgemalt hatte. Es gibt zig Angebote in jedem Stadtteil. Bei den gigantischen
Mietpreisen in New York nutzt man wohl jede Möglichkeit etwas geld reinzuholen.

Meine erste Bewerbung wird abgelehnt, sicher da ich kein eigenes Profil eingetragen hatte und wohl kein Vermieter einen komplett unbekannten will. Die zweite Bewerbung dauert ein paar Stunden
ohne Beantwortung, die dritte Bewerbung bei der Künstlerin Collette  funktioniert in der Zwischenzeit. Diese wird aber 3 Tage vorher gecancelt. Die vierte klappt und ich lande bei Dora in
der Lower East Side. Einem runtrergekommenen Haus an der Grenze zu China Town. Das Mini Appartment mit zwei 5 qm großen Schlafzimmern, einem kleinen Wohnzimmer, Küche und Minibad ist zwar
spärlich möbliert, aber mit Laminat und beigen Wänden ganz nett. Und das für 60 EUR pro Nacht.

2012-11-25 10.03.07Die Künstlerin Dora (in New York sind alle Künstler oder Anwalt) übergibt mir den Schlüssel, gibt mir ein paar Tipps für die Kunstszene, und ist nach 10 Minuten wieder weg, da sie bei Bekannten
übernachtet und arbeitet. Die Mitbewohnerin Robin soll ich erst am nächsten Tag mal für eine Minute sehen. Mit dem Kontakt zu den EIngeborenen hatte es also nicht geklappt.

Die Tipps bringen mich am Sonntag zu einem Markt, der genau nicht Sonntags offen hat und sowieso nur bis Ende Oktober. Die Künstler-Werkstätten sind Sonntags
geschlossen, von der Gallerie Eröffnung für Sonntags Abends werd ich wieder ausgeladen, da heute nur privat für Presse wäre und es erst am nächsten Samstag losgeht.

Aber ihr Tipp für den Pub "Enfants Terribles" ist gut. 

In dem Pub lese ich am Samstag Abend meine alten Blogs über NY durch und sehe ein Todo fürs nächste mal: Einen Pub Crawl. Der ist auch schnell gefunden bei http://www.pubcrawlnewyork.com und
ich erlebe einen netten Abend in der Gesellschaft von 17 New-York-besuchern aus Russland, Kanada, USA, Spanien, Italien und Deutschland. Nach 3 Kneipen geht es zum Abschluss in die Webster Hall,
einem sehr angesagten Club. 

Dort ist die Musik unglaublich laut und nicht nach meinem Geschmack, die Animations-Gogos könnten in Deutschland eine Menge lernen und Charme kann ich in dem Laden nicht entdecken, außerdem zieht
mich mein Jet Lag mit gefühlten 6 Uhr Morgens beim Eintreffen Richtung Bett. ich bin erst um 15:00 Uhr gelandet, da war der tag dann doch lang.

 2012-11-25 10.55.37

Am nächsten Morgen geht es zum Frühstücken nach little Italy, als Frühstücks Nachtisch gibt es einen Reispudding bei dem geshene-haben-müssenden "rice to riches" in
der Spring street. Schlendern durch China Town, Lower East side, den Broadway rauf bis zur Houston Street und dann durch Soho. Ein sehr entspannter und schöner Tag.
   
Ich fühle mich wie ein New Yorker, nicht wie ein Tourist.
  
Ich bewohne ein runtergekommendes Appartment in der lower east side, wo sich die Künstler tummeln. Ich habe keinen Reiseführer, keinen Touristen-Stadtplan. Nur einen iPad, der mich lotst und
meine schlechte Orientierung, die mir ein paar nette Umwege einbringt.

Am Sonntag frage ich Collette, meine zweite airbnb-Bewerbung, per mail ob sich heute abend etwas in der Kunstszene  bewegt. Sie empfiehlt mir die Kneipe Culture Fix in 9 Clinton. Dort
treffe ich sie abends mit Tom, einem ihrer airbne Mieter. Sie verabschieden sich nach einer Stunde zu einem death metal concert. Nein, ihnen gefällt der Krach auch nicht, aber es sind Freunde von
ihr in der Band und sie will unterstützen. So ein gutes Herz habe ich dann nicht und schone meine Ohren.

2012-11-26 08.52.08Das nächste Frühstück ist leckeres Brot mit gut gemachter Nutella-Kopie im "le Pain Quotidien". Dort habe ich auch mein Büro aufgeschlagen für den Vormittag und hart
gearbeitet. Zumindest, in der Zeit, die blieb, da ich Melanie kennengelernt habe. Sie kommt aus Malaysia. Ihren malaysischen Namen kann sich eh kein Westler merken, also hat sie einen "social
name" Melanie angenommen. Sie wohnt in Kuala Lumpur, bzw die 9 Monate des Jahres, in denen sie und ihr Ehemann nicht auf Reisen sind. Europa kennt sie besser als die meisten Europäer. Und USA
besser als Amerikaner. Nun sind wir eingeladen in KL - und es war ernst gemeint.

Mein Office im Cafe:
    2012-11-26 12.04.31    

Noch ein paar Tipps von von diesem mal:
- Nicht den Express Bus von Newark Flughafen nehmen. Er dauert ewig.
- In  "le pain quotidien" on bleecker anhalten für ein Frühstück mit richtigem Brot oder einem Quiche am Nachmittag beim Shoppen auf dem Broadway. Ist eine Kette, die es auch an anderen
Standorten gibt.

- Kuchen-Kunst genießen im Ceci Cela in der 55 Spring Street

- Nächstes mal sich dieses Hostel angucken: http://www.broadwayhotelnyc.com/gallery.asp
- Hester street fair angucken (bis Oktober und nicht Sonntags)
- in der Patisserie "Ceci Cela" in 55 spring street (nähe "rice to riches") kleine Wunderwerke schlemmen

Kommentiere diesen Post