Geschichten, Erlebnisse, Reiseberichte und Reisetipps von den letzten Reisen

Kulturgeschockt im stylischen Tokio

Japan - bereist: Oktober 2009

Kulturschock Tokio. Wir sehen fast nur coole, gestylte oder freakige Leute auf der Straße. Kein einziges Mädel hat Jeans an – nur Touristinnen. Accessoires wie Hüte und Brillen passen zu dem Gesamtkonzepten der Outfits. Pro Minute kann man mehrere Fotos schießen und in der Vogue abbilden. Sicherlich ist der Kulturschock um einiges größer, da wir gerade aus China kommen und all das vermisst haben, was hier in Perfektion und mit Liebe zum Detail zu sehen ist. Die Bonsais oder kleine Wasserfälle im Eingang zu einem coolen Klamottenladen, das abgestimmte Geschirr zum Essen, die Sauberkeit, die Freundlichkeit, das Lächeln der Menschen auf der Straße.

Es beginnt mit sphärischen Klängen am Flughafen in Tokio. Freundlichen Zollbeamten und Zugfahrkartenverkäufern. Was für ein warmer Empfang in dem Land, auf das wir so neugierig geworden sind durch mehrere Bücher. Auf der einstündigen Zugfahrt nach Tokio saugen wir die ersten Eindrücke auf: Schöne, kleine Häuschen, von denen die meisten irgendwie japanisch aussehen. Sogar die Wohnblöcke sind nicht lieblos.

In vielem, was wir hier sehen, hängt Japan unser Deutschland sicher in einigem ab. Aber in einem ist Europa überlegen: Wir haben Hausnummern. Bei der Ankunft spricht der Taxifahrer kein Englisch und hat erhebliche Schwierigkeiten den Hotelnamen und die Straße zu entziffern, da sie in den komplizierten 26 Zeichen unseres Alphabets geschrieben ist anstatt in einer Million japanischer Schriftzeichen. Mit der Adresse hätte er aber auch nicht  viel anfangen können, denn es gibt keine Hausnummern. Statt dessen gibt es Wegbeschreibungen. Welchen Ausgang an der Zugstation man nehmen soll, in welche Richtung man wie lange gehen soll und an welchem Haus man abbiegen soll. Diese Wegbeschreibung auf Englisch hilft unserem Taxifahrer nur auch nicht viel. Die Lösung ist die Telefonnummer des Ziels. Entweder zum Anrufen und sich eine Wegbeschreibung geben zu lassen oder, wie in unserem Fall, um die in das Navisystem einzugeben. Clever. Aber Hausnummern sind einfach eine super Erfindung.

Wir kommen Sonntag Nachmittag im Hotel an und starten gleich durch in den Yoyogi Park, in dem Sonntag Nachmittags junge Japaner in Manga Kostümen sich den Kameras stellen. Von dort gehen wir durch den Park in Richtung Meiji Schrein, einer Tempelanlage. Es ist ruhig, obwohl viele Leute im Park unterwegs sind. Wir hören Vögel, die wir in China nie gehört haben, genießen die klare, frische und warme Luft. Vor dem Eingang zum Schrein steht ein kleines Häuschen mit Quelle und sehr liebevoll gestalteten Schöpfkellen aus Holz, mit denen man seine Hände und Arme reinigen kann. Die perfekte Erfrischung nach ein paar Stunden Flug.

Auf dem Gelände des Schreins stolziert eine Hochzeitsgesellschaft in anmutigem, langsamen Gang. Alle Herren in schwarzem Anzug. Alle Damen in Kimono oder hochwertigem Kleid. Ziel des Ganges ist das Gemeinschaftsfoto. Die Handtaschen werden in einer Kiste abgestellt, damit sie das Foto nicht stören. Die Gesellschaft wird aufgestellt auf einer Art kleinen Tribüne, damit jeder gut ins Bild passt. 4 Japaner rennen hin und her und zupfen jedes Detail zurecht. Das perfekte Familienfoto von einem sicherlich perfekten Tag.

Wir bummeln weiter, lassen uns treiben. Durch eine kleine Straße voller hipper Geschäftchen, in denen all die stylischen Tokioaner ihren Kleiderschrank  aufpeppen. Leider – und zum Glück für die Reisekasse –sind die Größen dieser Klamotten auf Japanerformat zugeschnitten. Wir waren alleine in 3 Hutläden. Laut „Instyle“ das angesagte Mode Accessoire. Hier auf der Straße allgegenwärtig. In einiger Zeit wird es sicher auch in Deutschland ankommen.

Kulturgeschockt im stylischen Tokio
Kommentiere diesen Post