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Volle Pulle Indien in Delhi

Indien - bereist: Januar 2012


Nach einer klasse Silvesterparty bei Babsi und Jan, die als Cocktail Contest mit 10 Teams schwere Anforderungen an Geist und Leber stellte, ging es nach einer Stunde ruhen auf einem Sofa um
sportliche 5:30 los Richtung Frankfurt Airport.

Ich kenne die Ankunft in Delhi als Wurf ins kalte Wasser, umzingelt von einem riesigen Schwarm von Taxifahrern, die einen in das Hotel ihrer Wahl für Überbezahlung fahren wollen. Wir erleben:
Ruhe. Um 3:30 morgens scheint entweder die Meute zu schlafen oder auch Delhi Airport hat sich um die Nerven der Gäste gekümmert. So wie ich es letztes Jahr schon in Bangalore und Mumbai erlebt
habe. Indien ist auch nicht mehr das, was es einmal war.
Durch dichten Nebel geht es ins Hotel. Um Steffis Kulturschock abzufedern ins Hilton.

Delhi ist ein 17 Millionen Dreckloch mit wenig sehenswerten Ecken. Meine Highlights von früheren Besuchen habe ich in ein Zweitage Programm eingearbeitet, bevor es zum Taj Mahal und in den Süden
geht.

Wir starten am roten Fort, das genau heute geschlossen war wie jeden Montag. Der “Spaziergang” zur großen Mosche durch Old-Delhi wird im 12 jahre alten travelguide als lohnenswerten Gang durch
das quirlige Bazarviertel beschrieben. Ich freute mich drauf meine Erinnerungen an kleine Gassen mit jede Menge bunten Indern mit neuen Eindrücken aufzufrischen.

Wir erleben Indien pur.
Die Straße ist verstopft von dauerhupenden Autos und Motor-Rikschas.
Auf dem Bürgersteig sind wir Zielscheibe von allen 17 Millionen Delhi-Bewohnern, die uns anstarren oder uns etwas verkaufen wollen. Zum Frühstück finden wir nichts, was einem europäischen Magen
mit Jetlag zusagt. Steffis Nase ist erkältet und damit verstopft. Offensichtlich ein Selbsthilfeprogramm ihres Körpers, der durch mentales Training bereits beim Hinflug einsetzte und sie vor der
Tortur der Nase bewahrte. Blieb nur das Bombardement der Ohren und der Augen. Mit dem Kontrast aus bunten Sari Geschäften und Dreck, Turbanen und Bettlern.

Mit unterkühlter Laune kommen wir an der großen Mosche an, die nicht so umwerfend ist um für die Tortur zu entschädigen.

Ich versuche Steffi den Gang durch Old-Delhi als therapeutische Maßnahme zu verkaufen, mit der ihre Rezeptoren und Sinne für die nächsten 3 Wochen neu kalibriert und programmiert wurden.

Abends treffen wir Melanie zum Abendessen, die in den nächsten 3 Jahren mitarbeitet ein neues R&D Center in Delhi aufzubauen. Sie erzählt von ihrem täglichen Kampf bei der Arbeit mit Indern,
die in mehrfacher Hinsicht sehr speziell ist. Sie wollen möglichst schnell möglichst viele Assistenten, die sie managen können. Jeder legt äußerste Obacht darauf, dass niemand seinen
Arbeitsbereich “anknabbert”. Und alles dauert, ist megabürokratisch und nervt. Sie hat einen Firmenwagen und einen Fahrer. Dieser holt sie morgens ab, fährt sie zur Arbeit, pennt dann den ganzen
Tag und liest Zeitung und fährt sie abends zurück. Selber fahren ist in Indiens Verkehrschaos keine Option. Ihr Fahrer hat Sonntags einen freien Tag. Sonst einen 12 Stunden Tag. Überstunden
werden mit 50 Rupien, etwa 70 Cent, vergütet. Hartes Inderleben. Und taffe Melanie, die dem Chaos trotzt.

Beim Feinschmecker Frühstück im Hilton mit indischen Versionen von Rührei, Früchten, Kuchen lesen wir in der Zeitung die Hitrparade der gefährlichsten Straßen in Delhi. Die Ringautobahn NH1 ist
der Sieger mit xxx Toten. Beschämend sei, dass die hälfte davon Fußgängr sind. Auf einer Autobahn!
Das liegt an viel zu wenig  Brücken und viel zu vielen Indern, die auf die andere Seite wollen.

Heute ist Tempeltag. Es geht erst zum Lotus Tempel, einem eindrucksvollen Lotusförmigen strahlend weißen Bahain-Tempel. Es ist offen für alle Glaubensrichtungen der welt für ein stilles Gebet
oder Meditation. Draußen steht eine 5 köpfige Truppe, um uns Fragen zu beantworten. Wir wundern uns über ihr unindisches Aussehen. Sie sind gläubige aus Kanada, Indonesien, UK  - insgesamt
sind sie in 190 Ländern vertreten und haben auf jedem Kontinent einen Tempel. Sogar in Frankfurt.

Nach einem entspannten Schlendern über den Handwerksmarkt “Dilli Haat” ging es zum Delhi Highlight, dem Tempel Akshardham.  Er wurde vor 7 Jahren
fertig gestellt nach 5 Jahren Bauzeit von 7000 Handwerkern. Vorwiegend Steinmetze, die die riesen Anlage mit filigranen Skulturen an allen Wänden verzierten. Einem IMAX Kino mit dem Film über die
reinkarnierte Gottheit, der dieser Tempel gewidmet ist. Und einer Wasserbahn, bei der einem die Geschichte der Erfindungen von Indien  näher bringt.
Faszinierend. Vor allem, wenn er abends angestrahlt wird.
 

Das Highlight in Delhi: Nagelneuer Tempel Akshardham

Das Highlight in Delhi: Nagelneuer Tempel Akshardham

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