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Schnorcheln mit Walhaien

Seychellen 2010 - bereist: Oktober 2010

walhai2809d.jpgFür die nicht-fisch-interessierten: Walhaie sind die größten Haie mit bis zu 15m. Netterweise fressen sie nur Plankton und keine Taucher. Charakteristisch sind die graue Farbe mit den weißen Punkten und das riesige Maul, mit dem sie Plankton filtern. Sie sind das ungefährliche Highlight für jeden Taucher.

Von der Basis geht es mit dem Bus zum Boot. Mit einem Ultraleichtflieger wurde morgens bereits die Insel umrundet und nach Walhaien gesucht. Ihre riesige Silhouette kann man von oben aus ganz gut sehen, vom Boot aus sieht man nur eine Flossenspitze herausragen, wenn sie dicht unter der Wasseroberfläche sind.

 Wir gehen an Bord. Wir, das sind 7 Touris, der Chef der Organisation, ein Steuermann und 7 dort arbeitende zum Teil Meeresbiologen. Die Organisation versucht den Walhaien einige Geheimnisse zu entlocken. Obwohl sie so riesig sind, ist kaum etwas über sie bekannt. Wo schwimmen sie lang und wo verbringen sie ihre Zeit? Um dies herauszufinden haben sie manchen Nummernschilder angetackert,  damit Taucher aus der ganzen Welt ihre Position melden können. Diese halten aber max. ein Jahr. Manche haben Satelitten-Tags und können geortet werden, wenn sie knapp unter der Oberfläche schwimmen. Das machen sie aber nur selten, da sie nicht atmen müssen und so haben die Forscher keine Idee, was sie in den bis zu 3500 km zwischen zwei Sichtungen erlebt haben. Es bleibt die Methode des Fotografierens. Die Punkte hinter den Kiemen sind einmalig wie ein Fingerabdruck. Mit einer Software werden Fotos ausgewertet und geguckt ob ein Hai bereits bekannt ist. Es bleibt eine Menge manuelle Arbeit für die zum Teil freiwillig arbeitenden Wissenschaftler.

 

 Das Boot fährt los, über uns kreist der Ultraleicht Flieger in 300 m Höhe und sucht die Walhaie. Zwei Stunden schaukeln wir auf dem kleinen Boot durch die recht ordentlichen Wellen, aber Walhaie lassen sich nicht blicken. Dann geht es los. Der Pilot meldet einen und dirigiert unser Boot zu ihm. Wir können seine Flossenspitze sehen. Die erste Gruppe, leider nicht Franks, springt ins Wasser und kommt ein paar Minuten später euphorisch wieder an Bord. Der Walhai hatte genug und ist abgetaucht. Ein paar Minuten später erneut Walhaialarm. Wir springen ins Wasser, aber Frank sieht nur die Flossen eines Menschen und die Schwanzflosse des Walhais bis er abtaucht. Kurze Zeit danach ist wieder Gruppe 1 dran. Danach wieder Franks Gruppe. Diesmal mit 20 Sekunden Panorama Blick auf den Walhai.

Faszinierend. Man guckt auf und ab und sieht nur Fisch. Dieser ist ca. 5m lang.

Die Sicht ist im planktonreichen Wasser recht schlecht. Diesmal mit einem riesigen Grinsen geht es wieder an Bord. Der nächste Alarm. Diesmal schwimmt er direkt auf uns zu, dreht bei und legt sich genau neben unser Boot, so dass wir diesen ca. 3m langen Teenager von oben begucken können. Als der erste Mensch ins Wasser gleitet taucht er ab.

 

Glück gehabt: Walhaie gesehen. Pech gehabt: nur kurz und ohne spektakuläre Aktionen. Manchmal kreisen mehrere um die Taucher, manchmal verfolgt einer die Bubbels der Menschen-Flossen. Manchmal bleiben sie mehrere Minuten.  Das Wissen um mein Glück steigert sich, als ich die Chancen höre. Wenn man rausfahren kann, dann sind sie sehr hoch. Doch da der Ultraleicht nur bei gutem Wetter fliegen kann, fallen viele Fahrten aus. Von den 4 tagen, die wir auf Mahé sind, fällt es zweimal wegen schlechtem Wetter aus. Einmal war es ausgebucht. An dem einzigen möglichen Tag hat Frank Walhaie gesehen. Ein Pärchen auf dem Boot sind Stephan und Martina aus Deutschland, beide sehr tauchbegeistert. Sie sind eine Woche auf den Seychellen. Eine Woche auf Mahé. Eine Woche jeden Tag raus zu den Walhaien. Es ist ihr dritter Seychellen Urlaub. Beim ersten waren sie 2 Tage auf Mahé und beide Tage konnten sie nicht rausfahren. Beim zweiten Urlaub auch nicht innerhalb von 3 Tagen. Nun wollten sie es wissen und blieben 7 Tage. Dafür hatten ihnen die Walhai gestern mit viel Aufmerksamkeit und einer Verfolgung gedankt.

 

Tipps für Walhaisuchende: Die Tour ist mit 125 EUR zwar kein Schnäppchen, aber das Erlebnis Walhai ist es wert. Außerdem geht das Geld an eine Organisation, die die Walhaie erkundet. Das Boot fährt längsseits des Walhais. Ein “Spotter” springt rein und zeigt durch den erhobenen Arm wohin man schwimmen muss. Man sollte vorne sitzen im Boot, da man dann schon mal 2 m Länge gutgemacht hat. Wenn das “Go” kommt, dann muss man mit Vollgas schwimmen. Der Walhai ist gemütlich so schnell wie Frank volle Pulle mit Flossen. Einholen ist also kaum möglich. Wenn man langsamer ist als die anderen, dann sieht man ggf. deren Bubbles der Flossen, aber keinen Walhai. Tipp für Mahé: Sie fahren je nach Walhai Sichtungen auch manchmal vom Süden los, wenn man also sein Hotel im Süden hat, dann braucht man nicht erst in den Norden zu der Basis fahren. Für 100 EUR kann man vormittags im Ultraleicht mitfliegen, wenn noch Platz ist. Vorreservieren ist also wichtig.

 

Foto: Stephan Popp

 

 

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