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Staatsmacht China

China - bereist: September 2009

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass ein großer Teil von Berlin-Kreuzberg abgerissen wird und dort ein neues Einkaufscenter für Touristen und Büros gebaut werden.

Unvorstellbare Nachricht? Für Chinesen nicht.

Im Reiseführer stand bei einem vorgeschlagenen Spaziergang: „Wie es hier weitergeht war bei Redaktionsschluss noch nicht ganz klar, denn vor hier aus ostwärts wurde 2006 ein riesiges Stück Altstadt geräumt und abgerissen. Nun entsteht es im alten Stil neu – als Touristenattraktion“.
Wir konnten es begutachten. Tourigerechte Geschäfte mit Swatch und Starbucks in Phantasialand anmutenden grauen Fassaden mit Pagoden-Dächerchen mit China Farben bemalt.

Zugegeben. Da noch kein Tee erfunden ist, der den Jetlag  so gut kurieren kann wie ein doppelter Espresso, sind auch wir bei Starbucks eingekehrt.

China hat vor ein paar Jahren in Rekordzeit den Transrapid gebaut. Planung  und Bauphase gingen flotter als die Einspruchsfristen der Anwohner bei uns in Deutschland bei den geplanten Strecken. Die Planung läuft hier auch etwas einfacher. Man verbindet Start und Endpunkt mit einer geraden Linie und lässt an ihr entlang Bulldozer fahren. Ggf. baut man ein paar Kurven um die Grundstücke von verdienten Parteifunktionären herum.

Anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wird Berlin Mitte im Umkreis von 2km rund um den Brandenburger Platz am 3. Oktober abgesperrt, um die Sicherheit der stattfindenden Militärparade sicherzustellen. Bewohner innerhalb dieses Umkreises dürfen ihre Wohnung nicht verlassen, nicht auf den Balkon gehen und nicht die Fenster öffnen. Polizei wird dies sicherstellen. Die Veranstaltung darf nur von geladenen Gästen verfolgt werden. Die Bewohner von Deutschland können ja alles am Fernsehen sehen.

Wiederum unglaublich? Wiederum nicht für Chinesen, die in Peking leben. Anlässlich des 60. Jahrestages ist dies geschehen. Dummerweise waren wir gerade da. Was wir erst als Oberglück gehalten haben, dass wir den Feiertag in Peking erleben können, stellte sich als Pech heraus. Denn das Sehenswerteste, die verbotene Stadt (der ehemalige Kaiserpalast) ist seit unserer Ankunft bis zu unserer Abfahrt in 5 Tagen gesperrt.
 

Abends im Hotel testen wir mal chinesisches Internet. Wir haben ja viel drüber gehört während der Olympiade.

Die Suchmaschine Bing hat folgende Antwort für uns bereit:

„Der Suchbegriff beate uhse führt möglicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten.

Ändern Sie Ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten."

Keine Treffer in der Suchmaschine .
Wow.
Wir versuchen es mit 
www.sex.com und www.freetibet.org

und erhalten:

 

Die Webseite kann nicht angezeigt werden.

Wahrscheinlichste Ursachen:

  • Sie haben keine Verbindung mit dem Internet hergestellt.
  • Es ist ein Problem mit der Website aufgetreten.
  • Die Adresse enthält eventuell einen Tippfehler.
     

 

 

 

Sicherlich haben wir uns weder vertippt, noch haben wir gerade ein Problem mit dem Internet, sondern – mit der allerwahrscheinlichsten Ursache - eins mit der Internet Zensur der Chinesen. So sieht sie also aus.

 

 

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