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Worldclass Spa World in Osaka

Japan - bereist: Oktober 2009

„Wenn man nur wenig Zeit hat in Osaka und diese im Spa World verbringt, dann hat man seine Zeit am besten investiert.“  So lautete ein Kommentar auf tripadvisor.com über ein Spa. Weitere klangen mit „worldbest“ und „worldclass“ so, dass wir hier unseren letzten Nachmittag in völliger Entspannung genießen wollen.


Wir fragen im Hotel nach wo es ist. Die Dame druckst etwas rum. Ob wir wissen, wie ein japanisches Bad funktioniert? Wir wissen es nicht. Sie druckst weiter: Alle seien nackt. Aber es ist nach Männlein und Weiblein getrennt. Im Ersteren sehen wir kein Problem, nur im Zweiteren, dass wir das nicht gemeinsam genießen können wie in einer deutschen Sauna. Das sagen wir ihr aber besser nicht.


Das „Spa World“ ist ein rechteckiger hoher Kasten. Auf der ersten Ebene sind Restaurants für alle. Die zweite Ebene ist im „europe style“ für Jungs, die dritte Ebene im „asian style“ für Mädels, die vierte Ebene das Family Bad mit Superrutsche.  Nun müssen wr getrennte Wege gehen und verabreden uns in 2 Stunden im Family Bad.


Zu Beginn gibt es einen Raum mit Spinden zum Entkleiden. Mit einem kleinen Handtuch geht es dann in den Spa Bereich. Spa bedeutet in Japan mehrere heiße Bäder. Typischerweise aus einer natürlichen Quelle mit Mineralien und auf 41 Grad runtergekühlt. Eine Sauna ist eher eine exotische Ausnahme. Der Spa besteht aus mehreren Räumen. Auf der  „european style“ Ebene ist es ein italienischer mit dem Nachbau des Trevi Brunnens aus Rom, einem Griechischen mit Statuen, einer finischen Blockhaussauna und ein paar Dampfsaunen.  Nett und aufwändig gemacht, aber dennoch etwas den Charme von Phantasialand-Plastik. Aber das sieht man vielleicht nur so, wenn man durch deutsche Saunalandschaften verwöhnt ist, die wahrscheinlich weltweit sehr selten sind.


Man beginnt mit einer gründlichen Waschung zu Beginn. In einem Waschraum setzt man sich auf ein kleines Plastik Höckerchen und seift sich gründlich ein. Die Dusche ist auf Hockhöhe angebracht und der Schlauch ist so kurz, dass ein aufrechtes Duschen nicht möglich ist. Würde auch nur unnötig Aufmerksamkeit wecken. Wir sind, mit der Ausnahme eines Amerikaners, die einzigen Nicht-Asiaten. Im Reiseführer haben wir gelesen, dass Japaner davon ausgehen, dass sie Nicht-Asiaten nicht gründlich vorher waschen und machen daher gerne einen Umweg um die Badewannen, in denen einer liegt oder lag. Wir gehen mit gutem Beispiel voran und schäumen uns komplett ein.


Danach geht man in die unterschiedlich großen Bäder, in denen man mit bis zu 8 Personen liegt  Sie sind durch die Mineralien milchig oder rötlich gefärbt. Und kochend heiß. Für diese Badetemperatur muss man wohl als Japaner geboren sein oder zumindest andere Gene haben. Wir sind jeweils nach wenigen Minuten gar und der Kreislauf kurz vor dem Kollaps.


Es gibt ein paar Liegen, einen Ruheraum mit Sesseln, eine Fußnägelabknippskasten, in dem man seine Fußnägel schneiden kann und die Schnippsel aufgefangen werden, Massagesessel und menschliche Massagen, die allerdings recht teuer sind.


Der größte Wehrmutstropfen ist ein Fernseher, der in dem schönsten Raum läuft. Es ist das griechische Bad bei den Jungs und der Bali Raum bei den Mädels. Warum muss das nur sein.


Die zwei Stunden, bis wir uns im Family Bad verabredet haben, dauern ziemlich lange. Wie sich heraus stellt für uns beide. Wir ziehen da eher eine deutsche Sauna vor. Das Family Bad kann auch nicht mit den uns bekannten konkurrieren. Also beschließen wir unseren letzten Japan-Abend mit einer Überdosis Sushi, den leckeren gebratenen Nudeln in Ei-Mantel und einer immer gut gefüllten Kneipe zu beenden.

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