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Zeitreise in die Vergangenheit - So feiern die Japaner

Japan - bereist: Oktober 2009

Zeitreise in die Vergangenheit - So feiern die Japaner

Die Japaner feiern ihre größten Feste mit der gleichen Ruhe und Besonnenheit, mit der sie in Warteschlangen stehen und sich in überfüllte U-Bahnen pressen lassen.

Nachdem wir uns in Tokio 10 Jahre in der Zukunft fühlten, geht es nun 200 Jahre in die Vergangenheit.


Wir haben das Glück in Hida Takajama zu sein als dort das Herbst-Festival statt findet. Es soll eines der drei schönsten und größten Festivals sein in Japan. Takajama an sich ist schon ein sehr schönes Städtchen mit vielen alten Holzhäusern. Nach dem topmodernen Tokio tauchen wir nun in ein Japan, wie wir es erwartet haben. Die Gärten sind top gepflegt. Die Bäume sehen aus wie große Bonsais, d.h. viele Zweige sind abgeschnitten und es gibt Büschel von Blättern an einigen Stellen. Sträucher und Büsche sind getrimmt, Blümchen schön in einzelnen Töpfen, perfekt geharkter Kies und große Steine. Einfach schön. Auf unserer Wanderung durch Takajama kommen wir an vielen Tempeln vorbei, die alle aus Holz und mit großen Eingangstoren sehr beeindruckend sind.


Seit morgens sind auf einer Straße 15 Festival-Wagen zur Besichtigung aufgestellt. Sie sind mit ca. 6m Höhe, 3m Länge und 2m Breite sehr imposant. Geschmückt sind sie sehr aufwändig mit Schnitzereien, Figuren und Malereien. Ab Mittag ziehen 3 dieser Wagen als Prozession mit Musik durch die Stadt In einer weiteren Prozession ziehen altertümlich gekleideten Frauen, Männern und Kindern umher. Dazu ein paar Drachen, in denen Innerem zwei Menschen ihr Bestes geben.


Wir haben nicht ganz verstanden zu welchem Zweck dieses Festival abgehalten wird. Aber der Wettergott fühlte sich anscheinend geschmeichelt und hat sich wohlwollend gegeben. Nach 4 Tagen Dauerregen und dem Super Monster Taifun gestern Morgen, der einigen Schaden angerichtet hatte, herrscht seit gestern Nachmittag Sonnenschein.


Am Abend werden alle 15 Festival Wagen durch die Stadt gezogen, die mittlerweile mit zahlreichen Lampions behangen sind. Dazu spielt wieder Musik aus Pfeifen und Trommeln. Da die Wagen sich nur in Details unterscheiden, die man in der Dunkelheit nicht mehr sehen kann, und die Musik auch immer die gleiche ist, ist es eine nicht so aufregende Veranstaltung. Dennoch sind die Straßen ein Menschenmeer, das sich 1-2 Köpfe unter uns aus schwarzen Haaren ergießt. Es ist sehr vorteilhaft als großer Europäer bei Japanischen Festen teilzunehmen: Man hat immer guten Überblick und einem steht keiner im Sichtfeld.


Das Festival endet leider nicht mit einem Feuerwerk, sondern mit vielen Futter-Buden.

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